Die Hüterin des Raumes

Ich war genau dort,
wo du jetzt bist.

Ich kenne das Gefühl, wenn das Leben auf dem Papier perfekt aussieht, sich aber innerlich hohl anfühlt. Ich hatte alles erreicht, was man von einer "erfolgreichen Frau" erwartet. Ich habe funktioniert. Ich war die Starke. Die, die alles im Griff hat. Die, die lächelt, während sie innerlich zerbricht.

Jahrelang habe ich versucht, diese Leere mit noch mehr Leistung zu füllen. Noch ein Zertifikat. Noch ein Projekt. Noch mehr Perfektion. Ich dachte, wenn ich mich nur genug anstrenge, würde ich irgendwann ankommen. Aber ich kam nie an. Ich entfernte mich nur immer weiter von mir selbst.

Christine Tontsch

Der Tag, an dem ich beschloss, meine Geschichte umzuschreiben

Es begann mit dem Klicken einer Krankenhaustür. Sechs Stunden Warten in der Notaufnahme. Dann die Gewissheit: Mama lag dort. Die Chemotherapie hatte ihre einst vollen Locken genommen. Ihre Hand in meiner fühlte sich an wie Pergamentpapier.

"Es liegt in unseren Genen", hatte sie immer gesagt. Ein Satz wie ein Todesurteil. Ich sah Opa vor mir, wie er zerbrach. Ich sah Mama kämpfen – einen Kampf, den sie zwei Monate später verlieren würde.

Die Angst wurde mein ständiger Begleiter. Nachts suchte ich nach Knoten wie nach verborgenen Zeitbomben. Eine Stimme flüsterte mir zu: "Du bist die Nächste."

Bis zu jenem Morgen, als ich in meinem Badezimmer zusammenbrach. Tränen strömten über mein Gesicht, während ich in den Spiegel starrte. Und plötzlich sah ich etwas anderes in meinen Augen – einen Funken Rebellion.

"Nein", flüsterte ich erst. Dann schrie ich es: "NEIN!"

Ich begann zu recherchieren. Ich lernte, dass unsere Gene keine unveränderlichen Schicksalsboten sind, sondern flexible Schalter. Ich begann, mit meinen Zellen zu sprechen. "Ihr seid gesund. Ihr wisst, wie man heilt."

In einer tiefen Meditation sah ich mich in einer langen Reihe von Frauen stehen. Vor mir meine Mutter, meine Großmutter. Hinter mir meine Kinder. Und ich erkannte: Ich stand an einem Wendepunkt. Ich konnte die Erste sein, die dieses Muster durchbricht.

Ich bin nicht hier, um dich zu reparieren.

Denn du bist nicht kaputt. Du bist nur begraben unter Schichten von Erwartungen, die nicht deine sind.

Meine Arbeit ist keine "Selbstoptimierung". Ich bin keine Coachin, die dir sagt, wie du deinen Alltag noch effizienter gestaltest. Ich bin hier, um mit dir in den Keller zu gehen. Dorthin, wo die Wurzeln liegen.

Wir schauen uns nicht nur deine Psyche an. Wir schauen in deine Zellen. In deine DNA. Dorthin, wo das Trauma deiner Ahnen gespeichert ist – und wo deine größte Kraft schlummert.

Ich gehe voran. Kommst du mit?

Ich habe den Weg aus dem Funktionieren zurück ins Leben gefunden. Nicht, indem ich "besser" wurde. Sondern indem ich aufhörte, jemand anderes zu sein.

Ich lade dich ein, diesen Weg auch zu gehen. Nicht allein. Sondern gehalten.